LICC - ON TOUR: Anekdote an den Reisemonat März

Donnerstag, 4. April 2019
Vielleicht war es eine kleine Flucht vor dem was dann kommt. Vielleicht ein überspielen des Heimwehs zur Herzensstadt oder einfach dieses „du musst raus und was von der Welt sehen“, von dem alle immer reden. 

Ich bin nicht reisescheu. Ich mag es neue Orte zu erkunden. Ich hasse es spontan einfach drauf los zu laufen und plane stattdessen wochenlang ein Wochenendtrip. Für manch einen einengend, für mich pure Entspannung. Stress im Urlaub bedeutet für mich morgens aufzustehen und erstmal im Reiseführer nach dem Tagesziel zu schauen. Ach was sag ich, Reiseführer - Albtraum Internet! Dort kennt jeder den besten Breakfast-Place oder den Park, den man gesehen haben MUSS! Ich MUSS hier gar nichts. 



Italien wurde vier Monate im Voraus geplant und dann doch so vor mir her geschoben als wären es Jahre. Erstmal die Abschlussprüfung, dann erstmal Karneval und dann der Rest. Ein Trick um bloß nicht an den Umzug zu denken. Blöd dabei nur dass ich bereits 48 Stunden nach dem Umzug schon im Flieger nach Venedig saß. Alleine ins Abenteuer ohne Reiseführer. Meine Englischkenntnisse sind für mich auch eher ein Stresspotenzial, sodass die gefundenen Reiseführer in der italienischen WG nur bedingt hilfreich waren. Stattdessen hörte ich auf Tipps. Klappt gut und bleibt dennoch vorerst das letzte Mal so spontan. 

Da in Italien die Bahnpreise unschlagbar sind machte ich Tagestouren. Schöne Idee und kein Problem, wäre da nicht ein Horror Hinflug gewesen und das Bauchgefühl, die kommenden drei Wochen weitere Stunden in Bahnen zu sitzen. 

Komfortables Reisen auf Rüttelplatten mit dröhnenden Ohren. Nach dem Italienurlaub flog ich nach Köln bzw. zu meinen Eltern ins Rheinland. Von dort nach Köln hin und zurück (2h), wieder nach Dresden (9h) und zu meiner Cousine nach Kitzbühel (7h*) um von dort zum meinen Schwiegereltern in Spe zu fahren (6h*) um irgendwann mit dem Auto wieder nach Dresden zu kommen (6h). 

Lieber März, ich habe viel sehen dürfen die letzten Wochen. Bin dankbar dafür, wie vielschichtig Europa ist und wie wunderbar vernetzt man überall hinkommt. Doch jetzt freue ich mich einfach anzukommen. Am liebsten nur zu Fuß zur Arbeit zu gehen und Alltag zu erleben. Hut ab an all die Reiseblogger dieser Welt! Ich bin einfach viel zu gerne Zuhause, lebe aus dem Schrank statt aus dem Koffer und frühstücke einfach Zuhause statt mir einen fancy Frühstücksplatz zu suchen. Doch wenn die nächste Reise wieder ansteht, dann freue ich mich auf einen Haufen Reiseführer und einen ausgeklügelten Plan. 

*Den Post schrieb ich in der Bahn kurz vor meinem Kitzbühel Ziel. So dachte ich jedenfalls und stand auf einem Bahngleis irgendwo im nirgendwo. Meine Cousine wollte mich in W. abholen. Dort war ich nun, um festzustellen, dass es zwei W. gibt. Natürlich stand ich im Falschen. 5h und diverse Zugwechsel später war ich dort. 24h traumhaftes Winterparadies! Schöner noch als ich es mir je ausgemalt habe. Einen Tag später ging es 12h mit der Bahn weiter. Regio-Tuckern statt ICE, da ich natürlich ein Ticket aus dem falschen W. für die Rückfahrt gebucht habe und natürlich auch ohne Reiserücktritt bzw. Ticketwechselmöglichkeit. 

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